Logistikexperte Markus Bohl:

Fit sein für neue Vertriebsaufgaben

Logistikexperte Markus Bohl sieht die Zukunft im „24/7 rund um die Uhr“-Service

Fit sein für neue Vertriebsaufgaben

Markus Bohl, langjähriger Vertriebsexperte und heute Berater für Logistikthemen, plädiert für einen straffen Veränderungsprozess bis 2022.

Der Mindestlohn erfordert im Logistikbereich von den Verlagen eine völlig neue Denkweise, meint Markus Bohl, Berater für Briefdienste und Verlagslogistik. Beim Funkinform Medien-Tag stellte Bohl daher beispielhaft einen Fahrplan für die kommenden fünf Jahre vor. Darin aufgelistet jene Veränderungen, die im Vertrieb vieler Verlage unbedingt erforderlich sein werden.

Ab 2017 sollten nach den Vorstellungen des Vertriebsexperten die Verlage die Grundlagen für neues Wachstum schaffen, ihre Mitarbeiter besser qualifizieren und den Organisationsumbau vorantreiben, damit bewährte und neue Geschäftsfelder wie die Zustellung von Zeitungen und Zeitschriften, Anzeigenblättern und Prospekten, Briefen, Paketen und Kurierdienste als „24/7 rund um die Uhr“-Service etabliert werden können. Ziel müsse es sein, bis 2022 einen ansehnlichen Ertragsbeitrag für den Verlag aus neuen Vertriebsdiensten wie Brief, Paket und Kurier erwirtschaften zu können.

Planungstools für den Personaleinsatz gewinnen laut Bohl verstärkt an Bedeutung. Die Bezirksoptimierung mit dem Fokus auf einer eindeutigen Nachtschiene stehe ebenfalls im Vordergrund. Den Gebietsleitern, die häufig noch Vertriebsinspektoren genannt werden, kommt jetzt eine Schlüsselposition mit großer Verantwortung zu. „Das erfordert eine konsequente Ausbildung in punkto Führung, Organisation und Personalmanagement“, fordert der Vertriebsexperte. Zum Teil fehle es am nötigen Handwerkszeug, ohne das Qualitätsprobleme nicht in den Griff zu bekommen seien.

Das Berufs- und Rollenbild der Zusteller unterliege nunmehr großen Wandlungen. Die Arbeitszeitmodelle und Anforderungen werden sich grundlegend verändern. Aus der Nebentätigkeit von Rentnern, Hausfrauen oder Studenten entwickele sich über Mischformen in vielen Fällen nach und nach der Vollzeitzusteller. Damit stelle sich die Frage  nach dem Erscheinungsbild, der Belastbarkeit und der Teamfähigkeit. Aber auch so schlichte Voraussetzungen wie ein Führerschein sind wichtig.

Das Finden neuer Zusteller gestaltet sich inzwischen häufig als ziemlich schwierig. Markus Bohl glaubt zu wissen warum: „80 % der Probleme bei der Zustellerfindung sind hausgemacht!“ Der Arbeitsmarkt und die Anforderungen haben sich verändert, doch die Rekrutierung neuen Personals habe damit nicht Schritt gehalten. Bohl plädiert daher für eine transparente Bedarfsplanung, ein zentrales Bewerbermanagement und saubere Einarbeitungspläne. Um zu besseren Personallösungen zu kommen, will er auch Logistiker, Verkäufer und IT-Spezialisten an einen Tisch bekommen.


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