Vorträge und Diskussionen in der Mercedes-Benz Arena

Funkinform Branchentreff sorgte für Blick in die Medien-Zukunft

Funkinform Branchentreff sorgte für Blick in die Medien-Zukunft

Die Vorträge beim Funkinform Medientag lieferten wieder viel Stoff für engagierte Diskussionen der Tagungsteilnehmer in der Mercedes-Benz Arena.

Mit zukunftweisenden Vorträgen und engagierten Diskussionen ist der diesjährige Branchentreff von Funkinform wieder ein großer Erfolg geworden. Sechs Experten aus Wissenschaft, Unternehmensberatung und Verlagspraxis beschrieben die wachsende Bedeutung von künstlicher Intelligenz, die Chancen zur Ansprache neuer Leserkreise durch die sozialen Medien und die Bedeutung von Glaubwürdigkeit und Selbstkritik im Journalismus. Der Funkinform Medientag fand in Stuttgart in der Mercedes-Benz Arena statt.

Eigene, unabhängige Recherchefähigkeit stellt für die Medien eine Schlüsselstellung dar. Die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Susanne Fengler zeigte an den Beispielen Ukraine und Migration auf, wie wichtig auch für die Glaubwürdigkeit von Journalismus es ist, aus eigener Anschauung und nicht nur aus zweiter, dritter Hand berichten zu können. Selbstkritik der Medien und eine Stärkung der freiwilligen Selbstkontrolle seien für Qualitätsjournalismus unverzichtbar.

Der Social Media Berater Frank Bärmann zeigte auf, welches Potential für die Zeitungen in sozialen Medien steckt, um junge Nutzer wieder besser erreichen zu können. Der Crossmedia-Redakteur Simon Walter konnte dies an Hand konkreter Beispiele untermauern. Er stellte die Digitalstrategie der Pforzheimer Zeitung vor, die sogar mit einer eigenen Snapchat-Variante für Aufsehen sorgt. Der Verlag ist auch seit langem erfolgreicher Anwender der DIALOG-Software.

Sandro Stark, Industry Advisor Media bei Microsoft, machte deutlich, wie tief die digitale Transformation inzwischen alle Wirtschaftsbereiche erfasst hat. Auch ein Weltunternehmen wie Microsoft musste lernen, sich rechtzeitig auf diese Veränderungen einzustellen. Künstliche Intelligenz wird dabei immer wichtiger und für neue Software bestimmend.

Der Medienwissenschaftler Prof. Dr. Klaus Goldhammer von Goldmedia GmbH führte in die neue Welt der sprachgesteuerten Systeme ein. Nach Tastatur, Maus und Touchscreen als Eingabegeräte verändern jetzt Alexa und Co. die Schnittstelle Mensch/Maschine fundamental. Marktchancen, die sich für Medien aus einem derartigen Einsatz künstlicher Intelligenz ergeben könnten, sind nach seinen Worten aber nur zu realisieren, wenn digitale Infrastruktur in Deutschland endlich auf einen zeitgemäßen Stand gebracht wird.

Werden die Maschinen dann auch im Journalismus bald den Menschen verdrängen? Frank Feulner von AX Semantics by aexea GmbH sieht diese Gefahr nicht und zerstreute entsprechende Ängste und Vorbehalte. Der „Roboter-Journalismus“ sei vielmehr eine Chance, Redaktionen von Routine-Aufgaben zu entlasten. Die Beispiele aus den Themenfeldern Wetter, Sport oder Börse, die Feulner vorstellte, zeugen von erstaunlicher Qualität, was die Computer bei der Texterstellung leisten können. Doch für die Kreativität und die tiefgehende Recherche sowie die Nähe zu den Lesern seien die Journalisten unverzichtbar. Der KI-Experte sieht hier eine optimale Arbeitsteilung von Journalist und Computer.

Begonnen hatte der Funkinform Medientag am Vorabend mit einem Besuch im Mercedes-Benz Museum und einem anschließend Get-together in der Ehrenloge des VfB Stuttgart in der Arena. Hier hatten die Tagungsteilnehmer, Referenten und Mitarbeiter von Funkinform bereits ausgiebig Gelegenheit zum Networking. Damit angesichts des Veranstaltungsortes auch das Ball-Geschehen nicht zu kurz kam, gab es auch noch ein Tischfußball-Turnier.

01.12.2017


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