Funkinform Medientag ein voller Erfolg

Medien-Start-ups zeigen starke Ideen und sehr viel Potential

Medien-Start-ups zeigen starke Ideen und sehr viel Potential

Beim Funkinform Medientag 2018 diskutierten Verleger, Verlagsmanager und Journalisten mit Wissenschaftlern, Investoren, Fachleuten der IT-Praxis und Software-Entwicklern über die Zukunft der Medien-Wirtschaft.

Die digitale Transformation der Medien nimmt weiter Fahrt auf, spannende Projekte für neue Geschäftsfelder belegen den starken Veränderungswillen der Branche und zahlreiche Medien-Start-ups überzeugen mit bemerkenswerten Ideen und großem Potential. Das sind wichtige Erkenntnisse des Funkinform Medientags 2018, der auf dem Germania Campus in Münster mit 65 Tagungsteilnehmern wieder ein voller Erfolg wurde.

Verleger, Verlagsmanager und Journalisten diskutierten mit Wissenschaftlern, Investoren, Fachleuten der IT-Praxis und Software-Entwicklern über die Zukunft der Medien-Wirtschaft. Die Vorträge beleuchteten ein breites Themenspektrum und boten ausreichend Stoff für engagierte und auch kontroverse Diskussionen. Es ging um eine neue Gründerstimmung, Innovationen im Journalismus, den Einsatz Künstlicher Intelligenz in Medien, erfolgreiche Marketing-Kanäle und App-Entwicklungen. Funkinform-Geschäftsführer Jens Seidel sagte bei der Eröffnung der zweitägigen Veranstaltung, dass das Systemhaus mit diesem wichtigen Branchentreff die verschiedenen Akteure der Medien-Branche ins Gespräch bringe. Dabei gehe es wie schon in den Vorjahren beim Funkinform-Medientag um ganz konkrete Entwicklungen und Chancen der Branche.

Breites Themenspektrum der Vorträge

Die Deutsche Presse-Agentur hat vor gut drei Jahren den Next Media Accelerator (NMA) in Hamburg ins Leben gerufen und dafür zahlreiche Verlage als Investoren und Partner gewonnen. Nico Lumma, Managing Partner des NMA, berichtete, dass der Accelerator Erfolg versprechenden Medien-Start-ups eine Anschubfinanzierung gibt, dafür am Start-up beteiligt wird und die jungen Gründer intensiv mit Management-Rat unterstützt. In den vergangenen drei Jahren wurden so junge Firmen bis zur Marktreife geführt, die auf exotisch klingende Namen hören wie cutnut, contentflow, spectrm, adtriba und aiconix.

Innovationen im Journalismus

Die Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Dr. Sonja Kretzschmar stellte den Wandel der Medien als Teil von größeren gesellschaftlichen Veränderungen vor. Daher dürfe niemand glauben, nach einer gewissen Veränderungsphase, die man derzeit erlebe, stelle sich dann wieder Ruhe und Besinnlichkeit ein. Der Wandel sei vielmehr ein fortlaufender Prozess, der Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur tiefgreifend erfasst habe. Kretzschmar lehrt und forscht am Institut für Journalistik der Universität der Bundeswehr in München zu „Innovationen im Journalismus“.

Künstliche Intelligenz bringt neue Chancen

Helmut van Rinsum, Kommunikationsberater und Herausgeber des Newsletters zu „Künstliche Intelligenz im Marketing“, gab einen Überblick, wo überall in Europa und in den USA bereits Projekte vorwärtsgetrieben werden, um KI in den Medien zu nutzen. Die Ansätze in den Medien sind nach Van Rinsums Worten vielversprechend. Selbst in der Politik sei angekommen, wie entscheidend KI für die internationale Wettbewerbsfähigkeit sein wird. Drei Milliarden Euro sollen bereitgestellt und 100 Professorenstellen geschaffen werden. Das sei immerhin ein Anfang, sagte Van Rinsum.

Personen zu „Marken“ entwickeln

Dr. Torsten Schwarz, Geschäftsführer der Absolit Consulting, untersucht seit 20 Jahren die Wirkungen von Marketing-Kanälen. Als wichtigen Trend sieht der Marketing-Experte, dass sich Unternehmen verschiedener Branchen nun in Medienhäuser verwandeln. Aus der Art und Weise, wie sie dabei strategisch vorgehen und ihre Bekanntheit steigern, könnten Medien ihrerseits lernen, Personen zu regelrechten „Marken“ zu entwickeln und darüber Reichweiten aufzubauen, sei ebenfalls eine beachtenswerte Entwicklung.

Wie Nutzer sich in Apps verhalten

Niko Thielsch, Director Sales DACH & Nordisc der erst fünf Jahre jungen adjust GmbH, konnte auf die sehr erstaunliche Entwicklungsgeschichte des Berliner Mobile Measurement Unternehmens verweisen. Adjust untersucht das Nutzerverhalten in Apps und stellt den Betreibern der Apps vielfältige Informationen zur Verfügung. Da die Adjust-Software von zahlreichen App-Programmierern weltweit eingesetzt wird, dürfte Adjust vermutlich bei 80 bis 90 Prozent der Handys in Deutschland in irgendeiner App bereits im Einsatz sein.

Digital und Lokal sind alternativlos

Lensing Media in Dortmund zählt zu den erfolgreichen Funkinform-Kunden. Zu Lensing gehören neben den „Ruhr Nachrichten“ weitere Tageszeitungen, Anzeigenblätter, Zeitschriften und eine Vielzahl regionaler Web-Portale. Chief Digital Officer Moritz Tillmann sagte, er gebe seinem Verleger Lambert Lensing-Wolff zu Hundert Prozent Recht, dass die seit einigen Monaten eingeschlagene konsequente Digital- und Lokal-Strategie alternativlos sei. Wenn das Durchschnittsalter der Zeitungsleser 65 Jahre betrage, könne man nicht einfach weiter das Gedruckte ins Internet stellen, sondern müsse ein neues digitales Produkt entwickeln, das auf die 30- bis 50-Jährigen zugeschnitten ist. Die neuen digitalen „Ruhr Nachrichten“ setzen daher voll auf ihre großen Stärken: das Lokale und Regionale. Wir müssen uns neu erfinden, meint Tillmann.

November 2018


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