Holger Schellkopf von der Mittelbayerischen Zeitung:

Messenger als Nachrichtenkanäle

Holger Schellkopf erwartet für die Zeitungen noch viele Chancen mit Digital-Techniken

Messenger als Nachrichtenkanäle

Erfolgreiche Technologiepartner: Holger Schellkopf (stellvertretender Chef-redakteur der Mittelbayerischen Zeitung) und Jens Seidel (Funkinform-Geschäftsführer).

Mobil sein zu können wird für immer mehr Menschen ein entscheidender Faktor. 50 % der Bevölkerung gehen bereits über ihre Handys ins Netz, Männer noch etwas mehr als Frauen. Laptop und stationärer PC (25 % bzw. 22 %) liegen bereits deutlich zurück. Beim Tablet, also dem ganz großen „Handy“, gibt es Wachstum, besonders bei den mittleren Jahrgängen der 30- bis 49- Jährigen, womit bereits mehr als jeder vierte Nutzer surft.

Angesichts solcher Zahlen hat sich Holger Schellkopf, stellvertretender Chefredakteur der Mittelbayerischen Zeitung und zuständig für die Digital-Entwicklung des Hauses, gefragt: Wenn mobil king ist, wer ist dann im Mobilen der König? Unter den ersten zehn Mobil-Apps sind Dienste der zwei Internetgiganten Facebook und Google jeweils vier Mal vertreten: Facebook, Facebook Messenger, WhatsApp-Messenger und Instagram aus dem Hause Facebook sowie Google-Search, Google Maps, G-Mail und YouTube von Google. Komplettiert wird diese Zehnerliste durch Twitter und Snapchat. Fernsehen und Radio verlieren wie die Zeitungen an Bedeutung als Nachrichtenquellen, während die Sozialen Netzwerke, Online-Dienste der Nachrichtenmagazine und der TV/Radio-Anbieter an Bedeutung als Nachrichtenquelle gewinnen.

Die Altersgruppe der 14- bis 19-Jährigen wird von allen Mediengattungen besonders stark umworben. Diese jungen Leute sagen, dass für ihre Meinungsbildung das Internet die entscheidende Quelle darstellt. Das geben inzwischen 41 % an. Dieser Wert stellt eine Vervierfachung der Zahlen in nur einem Jahrzehnt dar. Die Mediennutzungszeit verlagert sich in Richtung Messenger. Bereits heute gibt es mehr Nutzer bei Messengern als bei „klassischen“ Sozialen Netzwerken. Diese Veränderungen gehen einher mit einer viel stärkeren Personalisierung.

Der Nutzer wählt das ihm passende Medium aus und er tauscht persönliche Dinge lieber in kleinen Gruppen aus. Dieser Austausch funktioniert, so Holger Schellkopf, aber auch mit Nachrichten. Dazu müssten die Zeitungen nach seinen Worten jedoch neue Zugangswege zu ihren Inhalten und Services schaffen, neue Aufbereitungsformen entwickeln, testen und weiter entwickeln sowie mehr Personalisierung in Richtung Nutzer ermöglichen, also die Chancen der neuen Technologien umfassend ausnutzen.


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